Wir machen Klima- und Artenschutz Unsere Vision für Hattingen Stell dir eine Stadt vor, in der frische Luft, schattenspendende Bäume und blühende Wiesen zum Alltag gehören. Wo Kinder am Bach spielen, Schmetterlinge über Blühstreifen flattern und insektenfreundliche Gärten, wie zum Beispiel auf dem Kirchplatz, inmitten der Stadt leuchten. Eine Stadt, in der Klima- und Umweltschutz nicht nur ein Ziel ist, sondern Teil des täglichen Handelns. Hattingen geht Schritt für Schritt Richtung Klimaneutralität. Das Klimaschutzkonzept wird stetig weiterentwickelt, wissenschaftlich begleitet und konsequent umgesetzt. Die Stadt nutzt alle Hebel, um klimaneutral zu werden: durch erneuerbare Energien, energetische Sanierung, nachhaltige Mobilität und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Dabei wird der Wandel sozial gerecht gestaltet, damit Klimaschutz für alle machbar ist. Gleichzeitig passen wir unsere Stadt an das an, was sich längst verändert hat: Mehr Grün in der Stadt sorgt für frische Luft und kühlere Straßen im Sommer. Wasserspeichernde Böden, das Auffangen von Regenwasser, entsiegelte Flächen und mehr Bäume machen Hattingen robuster gegen Hitze und Starkregen. Das ist nicht nur langfristig günstiger, sondern sorgt dafür, dass unsere Stadt auch in Zukunft lebenswert bleibt. Und weil Klima- und Umweltschutz ohne Artenvielfalt nicht denkbar ist, schützen wir, was uns umgibt: Pflanzen, Tiere, Lebensräume, vom Grashalm bis zum Wald. Wir bewahren alte Bäume, schaffen Biotope, vernetzen Lebensräume und setzen uns für den Schutz von Wildtieren ebenso ein wie für einen respektvollen Umgang mit unseren Haus- und Nutztieren. Bei Bauvorhaben wird darauf geachtet, die Natur so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Hattingen wird nachhaltig klimafest. Nicht, weil das bequem ist, sondern weil es die Zukunft ist. Unsere Schritte auf dem Weg dorthin Wir sorgen für konsequenten Klimaschutz Klimaschutz ist dringend erforderlich. Trotzdem ist das Klimaschutzkonzept der Stadt Hattingen in den letzten Jahren kaum vorangekommen. Zu wenige Maßnahmen wurden bisher umgesetzt. Ein solches Konzept muss auch die Identifikation von Flächen beinhalten, die sich für die Erzeugung erneuerbarer Energien eignen. Dazu gehören Dächer, Parkplätze oder Wiesen, auf denen – in Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft und z.B. dem Verein BürgerEnergie Hattingen oder anderen gesellschaftlichen Akteuren – Photovoltaik- oder Windkraftanlagen errichtet werden können. Bereits seit 2018 müssen nicht überbaute Flächen versickerungsfähig gestaltet und begrünt werden. Die neue Formulierung in der Landesbauordnung NRW ermöglicht es den Kommunen, explizit gegen Schottergärten vorzugehen. Hier muss die Verwaltung in Hattingen aktiver werden. Hitzewellen stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, insbesondere für Gruppen wie ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke. Hitzeaktionspläne helfen, präventive Maßnahmen zu etablieren und die Menschen über Verhaltensregeln in Hitzeperioden zu informieren, um gesundheitliche Folgen wie Hitzschlag oder Kreislaufprobleme zu minimieren. Hitzeaktionspläne können auch Maßnahmen zur Anpassung der Infrastruktur beinhalten, wie z.B. die Schaffung von Grünflächen, die Begrünung von Dächern, die Schaffung von Schattenplätzen und die Verbesserung der Trinkwasserverfügbarkeit im öffentlichen Raum. Solche Maßnahmen tragen dazu bei, die Temperaturen in dicht besiedelten Stadtgebieten zu senken und die Hitze erträglicher zu machen. Die Stadt erhält ein Instrument, um Verantwortlichkeiten festzulegen, Maßnahmen zu kommunizieren und zu finanzieren. Unsere Ziele: – Aktualisierung des Klimaschutzkonzepts auf die Vorgabe der Klimaneutralität der Stadt Hattingen bis 2030– Verpflichtende Installation von Regenwassernutzungsanlagen bei Neubauten mit einer verbauten Auffangfläche von über 50 Quadratmetern– Durchsetzung des Schottergartenverbots durch die Stadtverwaltung mittels gezielter Kontrollen– Konsequenter Klima- und Umweltschutz bei Neubauprojekten– Verbesserung von Hitzeschutz auf öffentlichen Straßen, Plätzen sowie Spielflächen durch Verschattung, Begrünung und Wasserspiele– Erstellung eines Hitzeaktionsplanes durch die Verwaltung inkl. der Festlegung von Zuständigkeiten, Maßnahmen und ihrer Finanzbedarfe– Installation von kostenlosen Trinkwasserbrunnen auf belebten Plätzen in allen Stadtteilen– Einbeziehung der Öffentlichkeit in diese Aktivitäten, z.B. durch die Bereitstellung eines Hitzeportals Wir sorgen für eine klimaneutrale Stadtverwaltung Steigende Temperaturen und zunehmende Wetterextreme führen zu vielfältigen Herausforderungen wie Überlastung der Kanalisation durch Starkregen, Hitzestau in der Stadt oder Tropennächte. Dies gilt insbesondere für die dichter besiedelten Bereiche wie Innenstadt, Südstadt, Nordstadt oder Welper. In Zukunft werden wir immer öfter vor der Herausforderung stehen, Bäume und andere Pflanzen in Trockenperioden bewässern zu müssen, ohne Engpässe bei der Trinkwasserversorgung in Kauf nehmen zu müssen. Um der Erderhitzung entgegenzuwirken, muss auch die Stadtverwaltung Hattingen ihren Beitrag leisten und bis 2035 klimaneutral werden. Als Eigentümerin der städtischen Liegenschaften hat die Stadt großen Einfluss auf deren Klimabilanz. Große Stellschrauben sind hier sowohl die energetische Sanierung als auch die Verbräuche innerhalb der Gebäude. Wärmedämmung, moderne Heizungen und der Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- und Stromerzeugung können den Energiebedarf deutlich senken. Aber auch das Verhalten der Menschen, die die Gebäude nutzen – Verwaltungspersonal, Schüler*innen und Lehrer*innen, Hausmeister*innen usw. – trägt in nicht zu unterschätzendem Maße zur Umweltbilanz der Immobilien bei. Noch immer wird in vielen öffentlichen Gebäuden bei laufender Heizung gekippt gelüftet oder bleiben auch am Wochenende Lichter an und Heizungen voll aufgedreht. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch den städtischen Haushalt. Über die Gebäude hinaus verfügt die Stadtentwicklung über Instrumente, um nicht nur weitere Klimaschäden abzumildern, sondern auch auf Klimaveränderungen zu reagieren. Die Vermeidung weiterer Flächenversiegelung, z.B. durch flächensparendes Bauen und geschickte Nutzung vorhandener Flächen, wirkt sich positiv auf Klima und Umwelt aus. Regenwasserzisternen, zusätzliche Grünflächen und neue Bäume wappnen uns ebenso wie Überschwemmungs- und Versickerungsflächen gegen die bereits spürbaren Klimafolgen. Der Gestaltung des öffentlichen Raums kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Unsere Ziele: – Energetische Sanierung städtischer Gebäude– Umsetzung digitalisierter Gebäudeleittechnik zur Heizungs- Lüftungs- und Lichtsteuerung, ergänzt durch einen Kodex zur Abkehr von Energieverschwendung in städtischen Einrichtungen, als Teil des Klimaschutzmanagements– Weniger Flächenversiegelungen auf Hattinger Stadtgebiet. In diesem Zuge stellen wir uns auch weiterhin gegen das Bauvorhaben „Am Ruhr“ in Bredenscheid– Zukunftsfeste Regenwassernutzung, etwa durch Regenwassernutzungsanlagen sowie durch Baumrigolen und Flächenentsiegelungen– Unterstützung des BürgerEnergie Hattingen e.V. bei seinem Einsatz für die Energiewende in Hattingen Wir sorgen für Arten- und Tierschutz Neben dem Klimawandel ist der Rückgang der Biodiversität ein drängendes globales Thema. Auch der urbane Raum ist davon betroffen. Zunehmende Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft, aber auch nicht standortgerechte Pflanzen entziehen Insekten, Vögeln und Kleintieren die Lebensgrundlage. Wir wollen erreichen, dass sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich verstärkt heimische Pflanzen angesiedelt werden, um durch bessere Umweltbedingungen die Artenvielfalt zu verbessern. Biodiversität ist nicht nur ein Thema für Regenwälder oder gegen Palmölplantagen. Ihr Schutz ist kein Selbstzweck – biologische Vielfalt ist essenziell für unser Ökosystem und so auch für unseren Lebensraum und unsere Nahrung. Wir wollen auch private Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer anregen, ihre Gärten umzugestalten und so ihren Beitrag zur biologischen Aufwertung unserer Stadt zu leisten. Mit dem Friedhofskonzept wurden bereits erste gute Schritte zur Ökologisierung städtischer Grünflächen unternommen. In Hattingen engagieren sich viele Menschen für den Tierschutz. Viele verwaiste Haus- und Wildtiere sind auf die Hilfe von meist ehrenamtlich tätigen Menschen angewiesen. Darüber hinaus gibt es Einrichtungen, die sich auch über die Stadtgrenzen hinaus für den Tierschutz einsetzen, wie z.B. die Wildvogelauffangstation Paasmühle. Eine Unterstützung dieser wichtigen Arbeit durch die Stadt ist jedoch – abgesehen von der Zusammenarbeit des Ordnungsamtes mit dem Tierheim Witten bei der vorübergehenden Unterbringung herrenloser Hunde – kaum erkennbar. Für die Überwachung der artgerechten Haltung von Nutztieren ist das Kreisveterinäramt zuständig. Dennoch ist der Tierschutz in der Landwirtschaft auch ein Thema für die Hattinger Bevölkerung, die durch bewusstes Einkaufsverhalten zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Nutztiere beitragen kann. Die Stadt sollte dies wertschätzend begleiten und gemeinsam mit den örtlichen und überörtlichen Akteuren ein städtisches Tierschutzkonzept entwickeln. Unsere Ziele: – Identifikation geeigneter Flächen zur Förderung von Biodiversität und Umsetzung entlang eines Fünfjahresplans– Umgestaltung der stadteigenen Grundstücke mit gebietsheimischen Pflanzen durch die städtischen Gärtnerinnen und Gärtner und Förderung der Insekten- und Vogelwelt. Bei Baumpflanzungen soll eine möglichst hohe Bandbreite an Bäumen erreicht werden, sodass einerseits gebietsheimische, andererseits aber auch klimaresistente Bäume (zum Beispiel aus Südeuropa) angepflanzt werden.– Prüfung, wie die städtischen Wälder in Zukunft stärker ökologisch bewirtschaftet werden können, z.B. durch die Einrichtung von Naturzellen ohne Forstwirtschaft– Naturnahe Gestaltung bei allen Baumaßnahmen, beispielsweise durch Parkplätze, die mit Kalkschotter statt Asphalt befestigt sind– Das städtische Tierschutzkonzept innerhalb von zwei Jahren zur Umsetzungsreife bringen– Möglichkeiten zur Erstattung von notwendingen Aufwendungen Ehrenamtlicher im Rahmen des Tierschutzes geben– Aufkommen der Hundesteuer verstärkt zur Unterstützung von Tierwohlmaßnahmen heranziehen– Hundehalterinnen und -halter durch die Bereitstellung von Hundekoteimern bei der Beseitigung der Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner unterstützen– Auswirkungen von Silvesterfeuerwerk auf die Luftqualität, Haus-, Hof- und Wildtiere, auf die Gesundheit, insbesondere von Kindern, und die Brandgefahr reduzieren, indem privates Feuerwerk und Böllern nur noch dort zulässig sind, wo es das Sprengstoffgesetz erlaubt. hierfür müssen die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt intensiviert und Kontrollen durchgeführt werden.