Themenabend Künstliche Intelligenz 23. April 202623. April 2026 Am 14.04.2026 fand unser erster Themenabend in diesem Jahr statt. Unter dem Thema „KI und nun – wie mit KI umgehen lernen“ tauschten sich acht interessierte Mitglieder zum Thema künstliche Intelligenz aus. Nach einem Einführungsvortrag zu den unterschiedlichen Arten künstlicher Intelligenz (ursprüngliche, symbolische vs. aktuelle, statistische KI,) deren grundlegend unterschiedlicher Aufbau und deren Vor- und Nachteilen in der Anwendung, wurde auf die Herausforderungen im Umgang mit dieser neuen Technik eingegangen. In der Diskussion wurde schnell klar, dass bei vielen die Nutzung vor allem statistischer KIs bereits zum (Arbeits-)Alltag gehört. Es wurde klar, wie viel KI uns bereits umgibt, die sich nicht direkt als solche zu erkennen gibt und uns auf unseren Smartphones täglich begleitet. Seien es Bildanalysen auf dem Smartphone oder in der Medizin, der individuelle Lern-Tutor oder tiefergehendes Verständnis von Schwertwalen und deren gruppenspezifischen Gesangsdialekten. Künstliche Intelligenz ist demnach heute kein Nischenprodukt mehr oder ein wieder abebbendes Phänomen sondern wird unsere gesamte Gesellschaft grundlegend verändern. Die Frage ist, wie wir als Gesellschaft und als Partei damit umzugehen gedenken. Wichtig im ersten Schritt scheint uns den aktuellen Hype zwischen Weltuntergang und Rettung zu durchbrechen und die KI als ein Werkzeug anzuerkennen. Der Nutzende entscheidet über den Einsatz und Wert des Ergebnisses. Wie der richtige Gebrauch eines Hammers den Nagel an gewünschter Stelle in die Wand bringt, kann bei fehlerhafter Nutzung mehr kaputt gehen und bei böswilliger Nutzung immenser Schaden angerichtet werden. Aufgrund der Vielschichtigkeit des Themas konnten viele Gesichtspunkte an diesem Abend nur angerissen werden und bedürfen weiterer Diskussionen. Beim Einsatz von KI sollte entsprechend immer alle Kosten mit berücksichtigt werden. Es stellt sich sowohl die Frage, wie man bereits in der Bildungspolitik den verantwortungsvollen Umgang erlernt und zielgerichtet zur individuellen Förderung einsetzen kann. Die (Aus)Bildung der Jugend reicht an dieser Stelle nicht aus und erfordert einen breiten gesellschaftlichen Ansatz, um den richtigen Umgang flächendeckend über alle Altersschichten zu verankern. Darüber hinaus muss sich jeder selber bei der Nutzung fragen, ob eigene Kompetenzen ausgelagert und damit abgegeben und schlussendlich verlernt werden. Der immense Ressourcenverbrauch der immer weiter wachsenden Rechenzentren ist sowohl hinsichtlich Energie und Wasser (siehe Greenpeace-Studie https://www.greenpeace.de/publikationen/20250514-greenpeace-studie-umweltauswirkungen-ki.pdf), aber auch bei der Versiegelung und dem Verbrauch fruchtbaren Bodens zu bedenken. Die mögliche Gefährdung jedes einzelnen, aber auch unserer Demokratie durch Fake-News sollte ausführlich diskutiert und unser Rechtssystem um entsprechende Paragraphen erweitert werden. Nicht zuletzt ist der Datenschutz und der Schutz geistigen Eigentums als grundlegende Fragen gegenüber den Tech-Firmen und deren Verantwortung im Designprozess und der sozialen Komponente des Trainings der Modelle in Billiglohnländern zu berücksichtigen. Politisch setzen wir uns dafür ein, dass KI dem Gemeinwohl und keinen wirtschaftlichen Interessen dient. Entsprechend bevorzugen wir Open Source-Modelle und offene Standards bei der Implementierung künstlicher Intelligenz. Ihr Einsatz muss in unseren Augen immer nachvollziehbar und transparent deklariert sein. Der Datenschutz und die digitale Selbstbestimmung eines jeden sind als hohe Güter zu schützen und der Inhalt von und der Zugang zu KI sollte diskriminierungsfrei sein. Doch auch jeder einzelne ist gefragt. Wenn möglich, sollte sich jeder mit den Hintergründen zur KI auseinander setzen und z.B. den in Hattingen erfolgreich laufenden VHS-Kurs „Künstliche Intelligenz und reales Leben“ besuchen und andere im Anschluss am gewonnenen Wissen teilhaben lassen. Ein Blick in die Dokumentation KI: der Tod des Internets von Mario Sixtus in der arte-Mediathek https://www.arte.tv/de/videos/122187-000-A/ki-der-tod-des-internets/ kann helfen das bereits jetzt bestehende Ausmaß von KI auch auf das analoge Leben zu verstehen. Wenn wir uns gemeinsam dieser neuen Herausforderung stellen, kann aus diesem Werkzeug Gutes entstehen.