Mitglieder der Grünen gründen einen Verein für Bürgerenergie in Hattingen


Zur Unterstützung der Energiewende aus der Bürgerschaft heraus haben jüngst drei Mitglieder von Bündnis 90 / Die Grünen den Verein „BürgerEnergie Hattingen e.V.“ gegründet: Michael Hötger, Stephan Hense und Rolf Novy-Huy. Die Gründungsveranstaltung fand am 14.05.2024 statt. Zwölf interessierte Personen aus Hattingen und der nahen Umgebung nahmen an der Veranstaltung teil und verabschiedeten gemeinsam die Vereinssatzung.


Die Energiewende, als notwendige Konsequenz des Klimawandels, stellt auch in Hattingen’s BürgerInnen, Unternehmen und die Verwaltung in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen. „Hattingen hat einen erheblichen Energiebedarf von ca. 800 GWh/ Jahr, wovon aktuell nur ca. 3% nachhaltig und ohne Treibhausgasemissionen erzeugt werden (Quelle Ruhrverband). Von dem gesamten Energiebedarf entfallen ca. 45% auf private Haushalte, ca. 25% auf die Industrie und Rest auf den Verkehrssektor. Die Energiebedarfe in Hattingen verteilen sich dabei insbesondere auf den Wärme- und Strombedarf,“ rechnet Michael Hötger vor. Klimaneutralität ist in der Europäischen Union und damit auch in Hattingen das Ziel bis 2045. Schon aus diesem Grund muss die Stadt Hattingen ihre kommunale Wärmeplanung schnellstmöglich (bis Mitte 2028 verpflichtend) vorlegen, um aufzuzeigen wie die Deckung des Energiebedarfs geplant wird.


„Der Verein verfolgt das Ziel, alle Akteure zum Thema Energiewende in Hattingen zusammenbringen um daraus konkrete Projekte zur lokalen Energiegewinnung, ggf. innerhalb von eigenständigen Bürgerenergiegenossenschaften, zu entwickeln“, führt Rolf Novy-Huy aus. Vorbild ist dabei ‚Energieland2050 e.V.‘, der im Kreis Steinfurt beheimatet ist und mit diesem Modell schon große Erfolge zu verzeichnen hat.


Die Bürgerenergie Hattingen e.V. und ihre Mitglieder sollen Teilhabe bieten und Akzeptanz erzeugen, zum Beispiel durch wirtschaftliche und gestalterische Beteiligung. „Denn Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung haben auch in Hattingen nur dann Erfolg, wenn sich alle Akteure an diesem gesellschaftlichen Wandlungsprozess beteiligen können,“ erläutert Stephan Hense. Daneben erhöht eine lokal gestaltete Energieerzeugung die Transformationsgeschwindigkeit in der Energiewende und bedeutet neue Arbeitsplätze und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt. Zudem kann eine lokale Energieerzeugung auf die Bedürfnisse aller Akteure in Hattingen zugeschnitten werden und auch zu einem Instrument der Wirtschaftsförderung in der Stadt werden.


Um eine solche Jahrhundertaufgabe in den wenigen Jahren bis 2045 bewältigen zu können, braucht es die Zusammenarbeit aller Akteure in Hattingen, den Bürgerinnen und Bürgern, der lokalen Wirtschaft, den etablierten Energieversorgern, der Politik und natürlich auch der Stadtverwaltung.


Wer Interesse an weiteren Informationen oder an einer Mitgliedschaft hat, kann sich gerne unverbindlich bei info@behattingen.de melden, oder auf www.behattingen.de weitere Informationen erhalten.

Die drei Gründer der BürgerEnergie Hattingen e.V. (v.l.): Rolf Novy-Huy, Michael Hötger & Stephan Hense
Vortrag zur Energie-Situation der Stadt Hattingen von Michael Hötger

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