GRÜNE fordern Böllerverbot in Hattingen

Nach diversen Umfragen aus dem Dezember 2025 (FORSA, CIVEY, MDR) sprechen sich zwischen 59 und 65 % der Bevölkerung (bei Frauen liegt der Anteil regelmäßig höher) für ein Verbot von privatem Feuerwerk aus. Hinter dem Verbot steht ein breites Bündnis, vom Kinderschutzbund bis zur Gewerkschaft der Polizei.

Wer beim Feuerwerk darauf achtet, wie Wild- und Haustiere reagieren, kann nachvollziehen, welche Paniksituation Feuerwerksraketen und Böller in der Natur verursachen. Dazu ziehen dichte Rauch- und Feinstaubschwaden über Mensch, Tier und Landschaft. 1 % der jährlichen Feinstaubbelastung entsteht allein durch das Silvesterfeuerwerk. Und zu guter Letzt erleiden jedes Jahr zahlreiche Menschen, auch Unbeteiligte, Verletzungen, die sie ein Leben lang zeichnen, im schlimmsten Fall lebenslange Behinderungen verursachen.

Für Hattingen bedeutet das deutliche Mehrkosten bei der Stadtreinigung. In den letzten Jahren kam es zu 11 bis 19 feuerwerksbedingten Mehreinsätzen der Polizei. Nach einer Auswertung der Stadtverwaltung aus den Jahren 2018 bis 2022 führt das Feuerwerk zu einer deutlich höheren Feinstaubkonzentration in der Stadt. An Silvester 2019/20 und 2020/21 stieg die Feinstaubbelastung von Normalwerten von 6-7 μg/m³ am 29.12 auf 68 bzw. 37 μg /m³ am 1.1. Dies belastet insbesondere gesundheitlich vorgeschädigte Personen, etwas solche mit Asthma-Erkrankungen und anderen Atemwegsbeschwerden.
Daher sprechen sich Fraktion und Ortsverband der GRÜNEN in Hattingen für ein Böllerverbot aus, das es übrigens bei unseren Nachbarn in den Niederlanden bereits gibt.
Einzelne Maßnahmen, wie Verbotszonen oder ein Verbot von Feuerwerkskörpern mit reiner Knallwirkung (Böllern), wäre auf kommunaler Ebene mittels Allgemeinverfügung durchsetzbar. Doch, damit die Kommunen nicht alleine mit der Umsetzung stehen, sehen wir hier auch Bund und Land mit entsprechenden Gesetzesinitiativen und Durchsetzungsbefähigungen in der Pflicht. Zuständig für die Änderung der Sprengstoffverordnung wäre allerdings das Innenministerium, oder, im Falle einer Gesetzesvorlage, der Deutsche Bundestag.

Ein solches „Verbot“ muss die Tradition, das neue Jahr mit einem besonderen Effekt zu begrüßen, nicht abschaffen. Ein zentrales Feuerwerk, wie die Grüne Fraktion es bereits in 2023 beantragt hat, würde in der Stadt für festliche Stimmung und ein gemeinsames Erlebnis sorgen. Eine moderne Drohnenshow lässt den Himmel in kreativen Lichtbildern erstrahlen – spektakulär und sicher. So bliebe der Jahreswechsel ein besonderes Ereignis – friedlich, fröhlich und voller guter Eindrücke.

Wir wünschen allen Hattinger Bürgern und Bürgerinnen eine guten, friedvollen und gesunden Jahresübergang sowie alles Gute für das Jahr 2026.


BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Hattingen