Am Ruhr | Entwicklungen zur Bebauungsplanung

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde am 12. März 2026 erneut über die Bebauung des Grundstücks „Am Ruhr“ in Bredenscheid-Stüter beraten. Der Ausschuss hat dem Bebauungsantrag des Bauherrn zugestimmt. Es ist daher davon auszugehen, dass auch die Stadtverordnetenversammlung diesem Votum folgen wird und der Bebauungsplan damit endgültig beschlossen wird.

Die Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN hat sich als einzige Partei klar gegen diesen Beschluss gestellt.

Aus unserer Sicht bringt die Planung erhebliche Probleme mit sich. Geplant ist die Versiegelung bislang unbebauter Wiesenflächen sowie die Rodung eines bestehenden Waldstücks. Gleichzeitig bleibt das Verkehrskonzept für die Siedlung unzureichend, da der gesamte zusätzliche Verkehr über die Habichtstraße abgewickelt werden soll.

Hinzu kommt ein grundsätzlicher Standortaspekt: Die Versorgungsinfrastruktur vor Ort reicht bereits heute nur eingeschränkt aus. Sowohl die Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten als auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sind begrenzt. Eine Erweiterung des Wohngebietes um zusätzliche Wohneinheiten erscheint daher an dieser Stelle nicht sinnvoll.

Auch die geplante Wohnstruktur überzeugt uns Grüne nicht. Entgegen der ursprünglichen Planung sieht der Bebauungsplan nun ausschließlich Doppel- und Reihenhäuser zum Eigentumserwerb vor. Das ursprünglich vorgesehene Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen ist nicht mehr Bestandteil der Planung.

Die Zustimmung der anderen Parteien zu dieser Planung ist umso überraschender, als bereits 2017 in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, bei Neubauten einen Richtwert von 25 % öffentlich gefördertem Wohnungsbau anzustreben. Zwar weist der Bebauungsplan Flächen für sogenannte „soziale Wohnraumförderung“ aus, tatsächlich entstehen dadurch jedoch keine geförderten Mietwohnungen.

Unter dem Strich gibt es für Bündnis 90 / DIE GRÜNEN daher keinen überzeugenden Grund, dieses Stück Landschaft zu bebauen.